Wissenswertes

Das Geheimnis des Schlafens , Was passiert eigentlich mit dem Körper und der Seele, wenn wir scheinbar untätig schlummern und träumen? Warum ist Schlafen so wichtig? 

Die 5 Schlafphasen:  Im ersten Stadium ist der Schlaf am leichtesten, im vierten Stadium am tiefsten. Das fünfte Schlafstadium unterscheidet sich stark: Das ist die REM-Phase (Rapid Eye Movement) – der Traumschlaf mit den schnellen Augenbewegungen und hyperaktiven Nervenzellen in der Großhirnrinde, die schnelle Signale abfeuern, teilweise sogar intensiver als im Wachzustand. Viele Körperfunktionen sind in der REM-Phase aktiviert: Der Blutdruck steigt, die Atmung variiert stärker, ebenso wie die Herzfrequenz. Pro Nacht wechseln sich die fünf unterschiedlichen Schlafstadien ab (siehe unten). Insgesamt verbringen wir ein Viertel der Nacht im REM-Schlaf mit rollenden Augenbewegungen und bunten Träumen.Der REM-Schlaf ist übrigens die ideale Phase zum Aufwachen, da das Gehirn hier ohnehin aktiver ist als in den anderen Phasen. Wer dagegen vom Wecker brutal aus der Tiefschlafphase gerissen wird, ist besonders schwerfällig und schlecht gelaunt. Da der Schlaf im Idealfall nach einem regelmäßigen Schema abläuft, empfiehlt Prof. Jürgen Zulley, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums an der Universität Regensburg, dass der Wecker möglichst nach 5,5, nach 7 oder nach 8,5 Stunden klingeln sollte. Dann hat man gute Chancen, direkt aus dem lebhaften REM-Schlaf leicht und beschwingt zu erwachen.

Braucht jeder Mensch genau die gleiche Menge Schlaf? Nicht ganz. Der deutsche Durschnittsschläfer geht um 23.04 Uhr zu Bett und wacht um 6.18 Uhr auf – nach gut sieben Stunden. Das ist optimal, denn wer zwischen sieben und acht Stunden schläft, lebt statistisch gesehen am längsten. Darüber hinaus gibt es eine kleine Zahl an echten Kurz- und Langschläfern, die dauerhaft nur fünf Stunden oder auch zehn Stunden benötigen. Grundsätzlich gilt: Wer sich wohl fühlt, muss sein Schlafverhalten nicht ändern. „Vier Stunden können ausreichend sein“, sagt Prof. Jürgen Zulley. Denn der Erholungswert definiere sich nicht über die Schlafdauer, sondern über die Qualität des Tiefschlafs. Wie groß das individuelle Schlafbedürfnis ist, lasse sich am besten im Urlaub feststellen, wenn man ohne Wecker nach Lust und Laune schläft. Die Schlafdauer, die sich nach zwei bis drei Wochen herausstellt, entspricht am besten dem Rhythmus der Inneren Uhr.

Wirbelnde Hormone : Einige Körperfunktionen ruhen, andere erreichen erst nachts ihren Höhepunkt. Dazu gehört die Ausschüttung bestimmter Hormone. Das wichtigste davon ist Melatonin, das auch als „Schlafhormon“ bezeichnet wird. Es dirigiert den gesamten Schlaf-Wachrhythmus des Körpers. Sobald es dunkel wird, schüttet die Zirbeldrüse im Gehirn Melatonin aus.

Melatonin: 
Es bewirkt, dass wir ruhig werden, und dass an besonders gestressten Zellen notwendige Reparaturen vorgenommen werden. Ohne Melatonin würden wir uns müde und abgeschlagen fühlen und wären anfälliger für Krankheiten und Allergien. Melatonin wirkt hohem Energieverbrauch, Blutdruck und Stresshormonen entgegen. Es unterstützt das Herz, denn es sorgt dafür, dass der Körper nachts untertourig arbeitet. Melatonin ist allerdings extrem lichtempfindlich: sobald helles Licht ins Auge fällt, leitet dieses die Lichtinformation an die Zirbeldrüse weiter, die sofort die Produktion beendet. Zu viele Lichtquellen wie Fernseher oder durchsichtige Gardinen, behindern die Ausschüttung von Melatonin, denn auch mit geschlossenen Augen fällt noch Licht auf die Netzhaut.

Wachstumshormone: Weitere nachtaktive Botenstoffe sind die sogenannten Wachstumshormone. Diese sind für den Aufbau der Zellen unerlässlich, sie fördern Wachstum und Regeneration, erhöhen die Eiweißbildung und ermöglichen, dass Gewebeelemente ersetzt und energieliefernde Substanzen bereitgestellt werden. Wachstumshormone werden kurz vor dem Einschlafen für die erste Nachthälfte ausgeschüttet.

Kortisol : Nach der „biologischen Mitternacht“ ab 3 Uhr nachts sorgt die Innere Uhr dafür, dass sich immer mehr Kortisol aus der Nebennierenrinde bildet. Kortisol stellt als Gegenspieler zum Melatonin Energie bereit, erhöht den Blutzuckerspiegel und minimiert den Eiweißumsatz. Es hemmt das Immunsystem und macht wach. Daher wird es auch als „Stresshormon“ bezeichnet. Morgens ist die Kortisolkonzentration im Blut am höchsten. Zuviel Kortisol kann sogar sichtbaren Schaden anrichten.